Der letzte Kick

 

Informationen zum Titel: „Der letzte Kick“

 Der letzte Kick ist wohl das provokanteste Lied, welches der Eichsfeldjugendchor je gesungen hat. „Der letzte Kick“ ist für uns mehr als nur ein Lied, vielmehr ist es ein eindringliches Gebet für unsere Jugendlichen, für alle Opfer und für alle Trauernden!

Seit Jahren ist die hohe Unfallquote von Jugendlichen im Eichsfeld bekannt. Dennoch bewirkt das Lied bei den Zuhörern ambivalente Gefühle: Trauer, Wut, Entrüstung, Betroffenheit, Mitgefühl... Dieses Lied sucht aber keine Schuldigen, wichtiger ist uns der pädagogische Aspekt unter den Lebenden. Unsere Jugendlichen diskutierten angeregt über das Lied, dessen Thematik und setzten sich mit den Grundproblemen Drogen, Sucht, Verhalten im Straßenverkehr und den Verlust von Freunden auseinander.

Die Komposition von Daniel Kaufhold verdeutlicht das Geschehen auf drei Ebenen: Zunächst wird durch den Solisten die eigentliche Situation aus der Sicht eines sich im Rausch befindlichen jugendlichen Autofahrers aufgezeigt. Er hat längst jegliches Gefühl für die Realität verloren und steigert sich weiter in seinem Wahn. Der Refrain des Chores gibt die Wirklichkeit wieder, mit Vollgas wird gefahren, der Fahrer findet keine Befriedigung verlangt stets nach mehr Adrenalin, und erhofft sich einen Kick. Und letztens lässt der lateinisch gesungene Requiemtext erahnen, wie tragisch das Lied ausgehen wird. Mit der Bitte, den Opfern ewige Ruhe zu schenken, endet zwar der letzte Kick, aber nicht unser Gebet. Mit dem sich anschließendem „Vater unser“ wollen wir für alle beten und hoffen, dass sich der ausdrucksstarke Text von Rektor Johann Freitag in die Köpfe eines jeden Autofahrers einsingt und rechtzeitig die sprichwörtliche Notbremse aktiviert. 

 

Text mit Übersetzung

 

Prolog:      Dies irae, dies illa,

Solvet saeclum in favilla,

Teste David cum Sibylla.

(Der Tag des Zornes, jener Tag,

             auflösen wird er das All in Staub,

wie bezeugt von David und Sibyilla.)

 

Refrain:     Mit Vollgas in den letzten Kick,

ganz cool die Hände, cool der Blick;

ganz cool die Kurve, cool der Flug,

noch nicht genug, noch nicht genug.

 

1.Ich sitze cool am Steuerrad,

und greife volles Tempo ab,

der Grufty vor mir kommt nicht in Trab,

geschafft, das ging mal grad.

Das ist mein Krieg, ist mein Re-vier:

Mein Basecape ins Genick gedrückt,

vom Schlag der Drums schon fast verrückt,

bin aufgemischt von Schitt und Bier.

 

2.Genug ist’s nie, ich will noch mehr.

Ich will den Kick, der alles bringt,

der unter meine Poren dringt.

Ich blute aus, und ich laufe leer.

Es dröhnt mir in den Ohren laut.

Die Straße fängt zu drehen an;

Ich drehe mit und fühl mich frei;

was andres ist mir einerlei:

Weh dem, der sich nicht retten kann!

 

Intermezzo: Quantus tremor est futurus,

Quando judex est venturus,

Cuncta stricte discusurus.

Tuba mirum spargens sonum.

Perse pulcra regionum,

Coget omnes antethronum.

(Welch ein Zittern wird es geben,

wenn der Richter erscheinen wird, alles streng zu prüfen!            

Die Posaune wird wunderlichen Laut erschallen lassen

über der Gräber reich

zwingen wird sie alle vor dem Richterthron.)

 

3.Die sind mir alle hier zu alt.

Ich dränge raus, ich drängle aus.

Ich schieße alte Opis raus.

Wer mich bedrängt, den erwischt es kalt.

Jetzt fliege ich, bin endlich frei,

bin endlich meine Grenzen los!

Jetzt fliege ich, bin endlich frei,

bin endlich meine Grenzen los!

Das wars? So kurz? Und schon vorbei?

 

Schlussbitte: Pie Jesu Domine, dona eis requiem! 

                (Milder Jesus, o Herr, schenke ihnen Ruhe!)